Gleich zu Beginn kann ich Folgendes sagen:

Vergesst alle Sprays, Flüssigkeiten, Lappen, Tücher und "Wundermittel" jeder Art!

Es hat (leider) einige Jahre gedauert, bis ich zu einer (nahezu) perfekten Lösung gekommen bin. Auch wenn ich zuvor Waschsprays o.ä. empfohlen habe, kann ich nun sagen, daß das beste Ergebnis mit einer richtigen Plattenwaschmaschine erzielt wird - alles andere ist Quatsch!

Nun stellt sich aber die Frage:
Ab wann lohnt es sich eine Platten-Waschmaschine in Erwägung zu ziehen ?!?
Das ist natürlich jedem selbst überlassen, aber so ab einer Sammlung von
ca. 300-500 Stück sollte man ernsthaft darüber nachdenken. Es gibt auch die Möglichkeit bei z.B. Hifi-Händlern o.ä., die im Besitz einer Waschmaschine sind, Platten reinigen zu lassen. Preislich liegt das bei ca. 1-2 Euro pro Platte. Teilweise werden die "guten" Maschinen (z.B. Keith Monks oder Loricraft) auch vermietet. Einfach mal bei google schauen.

Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich!
In den meisten Fällen sind die Platten dann wieder wie neu und knistern kaum noch.
Vor der "Wäsche" sollten die Platte entweder mit einer Kohlefaserbürste oder einer Samtreinigungsbürste,
vom groben Staub "befreit" werden. Falls die Schallplatte allerdings einige üble Kratzer über die Jahre abbekommen hat, nützt auch die beste Waschmaschine nichts. :o(


Danach geht es zum nächsten Schritt...


Im Bereich der Waschmaschinen gibt es 3 verschiedene Arten:

  • 1. Der "Punktsauger"
    (z.B. von Keith Monks , Loricraft , Source Odyssee oder Minos)
    (Neupreis ca. 2.500 Euro +/- , gebraucht ab ca. 1.200 +/- [z.B. ebay])

    Keith MonksLoricraft

Mit diesen Geräten werden einfach die besten Ergebnisse erzielt!
Die Grundidee ist einfach:
Die Geräte sind optisch ähnlich wie ein normaler Plattenspieler. Anstelle des Tonabnehmers ist ein "Saugnippel" auf der Platte der an eine Vakuumpumpe angeschlossen ist. Zwischen dem "Saugnippel" und der Platte läuft ein Faden um einen Abstand zwischen Platte und Saugkopf zu gewährleisten.
Wie auch bei den anderen Maschinen wird die Platte vorher mit einer Flüssigkeit "gesäubert". Das Ganze wird dann einfach abgesaugt...
Ein Bild sagt wie immer mehr als 1000 Worte - hier ein Video von youtube:






Natürlich schreckt der Preis den "normalen" Sammler von
grundauf ab - aber aufgepasst...
Neben den Originalen haben sich einige "Bastler" an einen
Nach- bzw. Selbst-Bau gewagt - teilweise mit großem Erfolg.

Wie das ganze funktionert kann man auf den folgenden Seiten einsehen:

- The GrooVe-Laundry

- Projekt "Little Sucker"

Meine Maschine ist folgende:



Diese ist nach dem Prinzip des Tangentialantriebs.
(wie auch teilweise in den vorherigen Webseiten...).
Gebaut wurde Sie von Gerhard Buderus. (Vielen Dank)

  • 2. Der "Flächensauger" (z.B. von Okki Nokki)
    (Neupreis ab ca. 400,- Euro +/-)
    Sieht optisch aus wie ein kompakter Plattenspieler...

    Okki Nokki
Das Prinzip ist folgendes:
Platte auflegen, Flüssigkeit auftragen und mit einer Bürste verteilen.
Absaugen - fertig. Hier ein Video von youtube:


Fazit: sehr laut, die Flüssigkeit wird zwar abgesaugt, aber der komplette Staub kann nicht wirklich erfasst werden, da keine direkte Berührung des Vinyls stattfindet.
  • 3. Die "Disco-Antistat" von der Firma Knosti.
    (Neupreis ca. 40,- Euro +/-)



    Ein nahezu unschlagbares Preis-/Leistungsverhältnis - allerdings ist das Resultat nur mäßig zufriedenstellend. Wie man auf dem Bild erkennen kann, wird die Platte in einen Plastikpuk
    gespannt und durch eine Wanne mit Reinigungsflüssigkeit gedreht. Hierzu liegt im Set 1 Liter
    Flüssigkeit bei. Da diese Flüssigkei, dauerhaft gesehen, recht kostenintensiv ist (ca.10 Euro/Flasche), gibt es auch eine Alternative!
    Hierzu einfach 99,9% Isopropanol (30%) mit destilliertem Wasser (70%)
    mischen und dazu ca. 4-5ml "Netzmittel" (z.B. von Agfa "Agepon Wetting Agent") dazu. Mit dieser Variante kann man enorme Kosten sparen, die "Brühe" nach ca. 30-40 Platten einfach entsorgen und nicht mehr filtern.
    An den Seitenwänden der Wanne sind jeweils Bürsten aus Ziegenhaar. Dadurch wird die Platte von beiden Seiten
    schonend und doch gründlich "geschrubbt".
    Nun zum Hauptproblem dieser Variante: Nach dem Waschen stellt man die Platten zum trocknen in den
    mitgelieferten Ständer. Laut Angabe passen 10 Stück in den Ständer. Leider kann es passieren, daß
    durch die Enge der Halterung beim Reinstellen, oder Herausnehmen Kratzer von den Halterungen auf die Platte kommen. Die Lösung ist die Platten schräg zu stellen, was das Ganze dann auf 7 Stück beschränkt. Während der Wäsche wird zwar der Schmutz/Staub aus der Rille gebürstet, ist aber beim Trocknen immer noch auf der Oberfläche und bleibt auch darauf haften. Dies führt meistens dazu, daß am Ende des Abspielvorgangs die Nadel voll mit Staub ist. Fazit: Wirklich sauber & staubfrei wird die Platte nicht! :o((
    Nach einiger Zeit werden die Bürsten der Wanne auch recht dreckig und lassen sich nur schwer reinigen (z.B. mit einer Zahnbürste).
    Eingeschworene Knostiker schwören zwar darauf, aber die Lösung nach der Wäsche die Platte, z.B. mit einer Bohrmaschine (!) trocken zu schleudern, kann nicht das non-plus-ultra sein. Eine zeitlang habe ich diese Methode angewandt und bin nun froh einen "Punktsauger" zu besitzen...
    Der Zeitfaktor ist auch nicht zu verachten. Um die Flüssigkeit gut nutzen zu können, sollte man 30-40 Platten am Stück säubern. Zeitfaktor ca. 1,5 Stunden! Wirklich stehen lassen sollte man die Flüssigkeit nicht sehr lange, da der Geruch des Isopropanols bzw. der Originalflüssigkeit schon etwas "kräftig" ist und am Ende durch den hohen Alkoholanteil verdunsten würde... ;o)

  • Nach dem Waschen sollte man die Platte in eine NEUE antistatische Innenhülle packen und nicht wieder in die alte "Staubhölle", da sonst das Waschen sinnlos war.
    "Normale" Papierinnenhüllen (ohne Fütterung) kann ich nicht empfehlen, da erst durch die antistatische Fütterung die Platte optimal gelagert ist und der Staub fern bleibt!

    weitere Informationen gibt es übrigens noch hier:
    Vinyl Record Cleaning